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Vergabeverfahren Generalübernehmerleistungen

Rosenfelder Ring

Pilotstandort serielle Holzbau-Grundschulen

Mit einer stetig wachsenden Bevölkerung geht in Berlin seit etwa zehn Jahren auch eine Zunahme der Schülerzahlen und damit der Bedarf an neuen Schulen einher. Diesem begegnet das Land Berlin seit 2016 mit verstärkten Investitionen im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive (BSO). Dabei ist es neben der Schaffung von benötigten Schulplätzen erklärtes Ziel, moderne Schulgebäude gemäß dem neuen pädagogischen Modell der Compartmentschule zu schaffen.

 

Um schneller auf diesen Bedarf zu reagieren und Planungs- sowie Bauprozesse zu vereinfachen, sollen einige neue Grundschulstandorte in serieller Bauweise entstehen. Das serielle System soll sich durch ein hohes Maß der Standardisierung und bautechnischen Qualität auszeichnen. Zugleich muss es mit Blick auf eine mehrfache Realisierung anpassbar an unterschiedliche städtebauliche Kontexte und Grundstückszuschnitte sein.

Mit dem Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm hat sich das Land Berlin das Ziel gesetzt, den Baustoff Holz bei öffentlichen Bauvorhaben stärker einzusetzen. Die neuen Grundschulen sowie die standortabhängig zugehörigen Sporthallen sollen daher als serielle Holzbauten entstehen. 

 

Um die Schulneubauten schnellstmöglich und in gleicher Weise an mehreren Standorten umsetzen zu können, erfolgen die Planung sowie die bauliche Ausführung durch einen Generalübernehmer Planung, Ingenieurleistung, Ausführung (GÜ-PIA). Der Generalübernehmer übernimmt dabei sämtliche für die vollständige Errichtung erforderlichen Planungs- und Bauleistungen. Das Projektteam setzt sich daher bereits zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe neben dem Generalübernehmer aus erfahrenen Planungs- und Ingenieurbüros zusammen.

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Die Auswahl und Beauftragung geeigneter Generalunternehmer erfolgte über ein mehrstufiges Vergabeverfahren, dem ein offenes Teilnahmeauswahlverfahren vorgeschaltet war. Drei zur Angebotsabgabe eingeladene Bewerber:innen entwickelten in zwei Verfahrensstufen jeweils einen planerischen Entwurf, ein bauwirtschaftliches Konzept sowie ein wirtschaftliches Angebot. Die planerischen Konzepte für die in serieller Holzbauweise zu entwickelnden Schulgebäude und die Sporthalle waren auf einen konkreten Pilotstandort am Rosenfelder Ring in Lichtenberg-Friedrichsfelde anzuwenden. 

Die Beurteilung der Planungskonzepte erfolgte durch ein Bewertungsgremium, das sich aus externen Fachleuten mit hoher architektonischer Kompetenz und Erfahrung im Schulbau sowie aus Vertreter:innen der HOWOGE zusammensetzte. Das Büro für urbane Projekte war mit der Betreuung der planerischen Teile des Verfahrens betraut. Es war insbesondere für die Erarbeitung der detaillierten Aufgabenstellung, die objektive Vorprüfung der eingereichten Konzepte und die Durchführung der Sitzungen des Bewertungsgremiums zuständig.

 

Im Ergebnis des Verfahrens konnte sich der Vorschlag des Generalübernehmers Ed. Züblin AG, Berlin, mit HKS Architekten, Erfurt durchsetzen. Die neue Grundschule am Rosenfelder Ring 39 soll bis zum Sommer 2027 fertiggestellt sein. 

Auftraggeber:

HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH

Partner:

ee concept, Darmstadt

Zeitraum:

2022 – 2024