Präzedenzfall Altenburg
Das Lindenau-Museum zeigt eine „Provinz in Europa“ – die eigene Stadt
"... „Altenburg: Provinz in Europa“ ist das außergewöhnliche Projekt überschrieben, das ab dem 23. September im renommierten Kunsttempel an der Gabelentzstraße zu sehen sein wird. Für die künstlerische und kulturtopografische Anthologie, so der Untertitel, konnte die Kulturstiftung des Bundes als Förderer gewonnen werden. 250 000 Euro stellt sie bereit, um Altenburg zu zeigen, wie es bislang noch nicht zu sehen war: eine der schönsten deutschen Kleinstädte, reich an Kunst von außergewöhnlichem Rang und an kultureller Substanz. Eine Stadt, die zugleich mit erheblichen finanziellen und sozialen Problemen kämpft, manchen Verlust zu ertragen hat, an Menschen, Industrie, Wohnvierteln. Sie erscheint vor dem Hintergrund der Europäischen Union also in vielerlei Hinsicht als Präzedenzfall.
Für dieses Projekt, das weit mehr als eine Ausstellung sein will, holte sich Ideengeberin Penndorf kompetente Unterstützung. Gemeinsam mit Matthias Flügge und Wolfgang Kil erarbeitete sie ein Gestaltungs- und Finanzierungskonzept. (...)
Rund 60 Künstler, Fotografen, Architekten, Stadtplaner, Kunsthistoriker, Schriftsteller, Publizisten und Studenten sind an diesem Großprojekt beteiligt. Es erscheint ein Buch, das kein Katalog, sondern Teil der Exposition ist. (...) Es gibt Künster oder Gruppen, die sich mit Recherche-Projekten befassen, mit der Situation in der Stadt und der Region, mit Bleiben und Weggehen, mit Häusern und ihren Besitzern, mit dem Flugplatz oder den Spuren des Wismut-Bergbaus. Das Dokumentarische wird visuell aufbereitet – in Videos, Filmen, Bildern, Fotos, Installationen. (...)
Auf einen Nenner gebracht lautet die generelle Frage dieser Ausstellung mit dem provozierendem Titel kurz und prägnant: Welche Zukunft hat (welche) Vergangenheit und wie ist es dazu gekommen? Und wenn sie beantwortet ist, was soll bleiben? ..."